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Co-Trainer der Kaizer Chiefs: Eulberg fühlt sich wie ein König in Südafrika
Fußball: Der Wolfsburger schwärmt von seinem neuen Job - 20 Grad und blauer
Himmel

(rs) Er fühlt sich fast wie der König von Südafrika. Der Wolfsburger Frank
Eulberg kann nicht mehr einkaufen, ohne angesprochen zu werden. Im Stadion
jubeln ihm 70.000 Menschen zu und auch sonst fehlt es ihm in Johannesburg an
nichts. Seit zwei Monaten ist Eulberg Co-Trainer der Kaizer Chiefs, dem
größten Fußball-Verein Südafrikas.

Die Euphorie um die Chiefs ist riesengroß. Mit 14 Millionen Fans sind sie
der beliebteste Verein Südafrikas. “Man spürt das jede Sekunde, sagt
Eulberg. Einige Vorbereitungsspiele waren innerhalb eines Tages ausverkauft.
Im Stadion sind es dann meist mehr als 70.000 Fans, die einen
ohrenbetäubenden Lärm fabrizieren. “Ich kann meinen Spielern beim Aufwärmen
keine Anweisungen mehr geben. Ich verstehe mein eigenes Wort nicht, erklärt
Eulberg.

Die Bekanntheit des Wolfsburgers und seines Cheftrainers Ernst Middendorp
wird täglich größer. “Wir sind quasi ständig in den Medien, so Eulberg.
Sechs Tageszeitungen berichten über die Chiefs, lediglich zwei, drei
Meisterschaftsspiele werden nicht live im Fernsehen übertragen. “Dadurch ist
aber auch der Druck riesig, sagt Eulberg. “Wir können hier nicht groß
rumdatteln. Niederlagen werden von den sehr emotionalen Fans nicht
gestattet.

Und trotzdem, den Wechsel aus dem Iran, wo Eulberg zuvor als Co-Trainer an
Middendorps Seite tätig war, hat der Wolfsburger noch nicht bereut. Er
schwärmt: “Das Leben hier ist unheimlich angenehm. Wir haben Winter, aber
jeden Tag blauen Himmel und 20 Grad. Deutsches Fernsehen,
Internet-Anschlüsse, bewachte Trainings- und Wohnanlage - der Verein tut
einfach alles fürs Wohlbefinden seiner Angestellten.

So bemerkt Eulberg kaum die hohe Kriminalitätsrate des Landes. “Man lebt wie
in einer europäischen Metropole, aber man sollte natürlich nicht mit einer
goldenen Kette nach Soweto reinfahren.

Bleibt für Frank Eulberg nur eine Entbehrung. Frau Jeanette und Tochter
Sophie (6) können den Papa nur in den Schulferien besuchen

Datum=27.08.2005; Quelle=WAZ; Ressort=WSPO; Seite=33;